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Was
bietet die Deklaration?
Die 16 häufigsten
Fragen zum Thema Pelz:
- Haben wir das Recht, Tiere
als Nahrung, Leder- und Pelzlieferanten zu nutzen?
- Welche Ethik vertritt SwissFur?
- Wie beurteilen Spezialisten
die Art und Weise, wie die Pelzbranche ihre Verantwortung wahrnimmt?
- Welche Bedeutung kommt,
international gesehen, den Völkern zu, deren Überlebensgrundlage
überwiegend aus der Fauna stammt (Fleisch, Milch, Pelz, Fett, Knochen
etc.)?
- Ist synthetischer Pelz ökologischer
als natürlicher Pelz?
- Woher stammen die Felle,
die die Pelzbranche nutzt?
- Gibt es einen grundsätzlichen
Widerspruch zwischen den Zielen, welche Vertreter der „Tierrechte" anstreben
und jenen der Umweltschutzbewegungen?
- Kümmern sich die Pelztierjäger
um den Erhalt der Tiere?
- Welches sind die Mittel? Wie werden sie eingesetzt?
- Weshalb sind Fallen für
das Gleichgewicht in Fauna und Umwelt erforderlich? Wie verhält es sich
in der Schweiz und im Ausland?
- Wie äusserte sich der bekannte
Naturforscher Kommandant Jean-Yves Cousteau im Hinblick auf die Robbenjagd?
- Wie ist die Polemik gegen
die Robbenjagd entstanden?
- Woher stammen die Felle
gezüchteter Tiere, die in der Pelzbranche gebraucht werden?
- Welches sind die Besonderheiten
von Persianer?
- Was ist ein Breitschwanz
und welches ist sein Handelswert?
| Haben
wir das Recht, Tiere als Nahrung, Leder- und Pelzlieferanten zu nutzen? |
Alle Tiere haben eine Vermehrungsrate, die weit grösser ist, als ihr natürliches
Territorium ertragen könnte. Der Mensch hat seit je diesen natürlichen Überschuss
genutzt, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Im Gegenzug muss er jedoch
das Ökosystem schützen und mit Vernunft die Fauna bewirtschaften. Mit anderen
Worten: Der Mensch muss dafür sorgen, keine Arten zu gefährden, um damit
deren Vielfalt zu erhalten.
| Welche
Ethik vertritt SwissFur? |
SwissFur, der Schweizerische Pelzfachverband, will:
- In der Bewirtschaftung der Natur sich der Verantwortung bewusst sein, den
Artenschutz unterstützen und sich den internationalen und nationalen Regeln unterziehen
(Washingtoner Artenschutzabkommen);
- eine internationale Schutzgesetzgebung
fördern, allen voran jene der IUCN;
- jenen Menschen, die direkt von der Natur
leben, ein Einkommen sichern, indem den Ressourcen der Fauna ein materieller
Wert gewährt wird;
- durch kunsthandwerkliche Nutzung von Pelzen dazu beitragen,
dass eine breit gefächerte Palette von Zivilisationen, handwerklichen Techniken
und traditionellen Lebensstilen erhalten bleibt;
- zwischen Menschen und
Natur vermitteln.
| Wie
beurteilen Spezialisten die Art und Weise, wie die Pelzbranche ihre
Verantwortung wahrnimmt? |
Dr. P. Dollinger, Vizedirektor des Bundesamtes für Veterinärwesen:
„Die Pelzbranche hat durch ihre Offenheit gegenüber den Problemen der Bewirtschaftung
der
Fauna bewiesen, dass Nutzung und Schutz von Wildtieren nicht unvereinbar
sind. Sie ist ein
Beispiel für andere industrielle Branchen, deren Rohstoffe von Wildtieren
stammen."
Harvey Jessup, Wildbiologe, Amt für Wild- und Forstwirtschaft, Yukon, Canada:
„Tiernutzung durch Jagd ist etwas sehr Sinnvolles. Beispielsweise sterben
von einer
Bisampoplulation jedes Jahr etwa 70 Prozent der Tiere an Hunger, Krankheit oder
durch Feinde. Dieser Teil bleibt immer etwa gleich gross und richtet sich
nach der verfügbaren Nahrung. Weshalb also sollten Trapper nicht von der
Jagd auf Bisam leben und den natürlichen Überschuss nutzen?"
Dr. E. Fredericksen, Veterinär und Präsident der dänischen Tierschutzvereinigung:
„Ich verwerfe absolut die monströsen Behauptungen, die von extremistischen
Organisationen über die Pelztierzucht in Skandinavien gemacht werden. Weder
die gezeigten Bilder, noch die
überspitzten Behauptungen entsprechen der Realität. Die Behauptung, sie
würden zum Schutze
der Tiere propagiert, ist pervers. Sie machen ihren Autoren keine Ehre."
Dr. B. Hunter, Veterinär an der Universität Guelph (Kanada):
„Die kommerzielle Zucht von Nerzen ist eine etablierte wirtschaftliche Tätigkeit,
in der hinsichtlich Fütterung, Zuchterfolge und Gesundheit stets Fortschritte
gemacht werden."
Dr. Gunnar Kranz, ehemaliger Präsident und Chefveterinär der Schwedischen
Vereinigung der
Tierschutzgesellschaften:
„Um Tiere zu züchten, muss man sie lieben. Mit
Pelztieren zu arbeiten ist nicht einfach. Jeden Tag und 52 Wochen im Jahr
muss man sie ernähren, pflegen, für den Unterhalt sorgen. Andernfalls wird
der Züchter sehr rasch eine ungenügende Rendite beklagen."
Welche
Bedeutung kommt, international gesehen, den Völkern zu, deren
Überlebensgrundlage überwiegend aus der Fauna stammt (Fleisch, Milch,
Pelz, Fett, Knochen etc.)? |
In Kanada, Alaska, Neufundland, Grönland, Lappland, Sibirien, Amazonien,
Afrika, Asien, Afghanistan und Neuseeland stellt die Fellgewinnung die
Lebensgrundlage für mehrere Millionen Menschen als Basis für deren Einkommen dar.
| Ist
synthetischer Pelz ökologischer als natürlicher Pelz? |
Der synthetische Pelz wird auf der Grundlage chemischer Produkte hergestellt.
Die Herstellung eines Kunststoffmantels erfordert beispielsweise mehrere Liter Rohöl, der
biologische Abbau dieses Materials dauert mehrere hundert Jahre.
| Woher
stammen die Felle, die die Pelzbranche nutzt? |
Der weitaus grösste Teil der verarbeiteten Pelzfelle - durchschnittlich 46,9 Prozent
aller Felleinfuhren - kommen heute aus Zucht und Farmhaltung, vorrangig aus
Skandinavien, Nordamerika, Russland, Polen und den baltischen Ländern. Die
wichtigsten Arten sind Nerz, Fuchs, Nutria, Finn-Racoon, Iltis und Chinchilla.
Die zweitwichtigste Gruppe sind mit 37,6 Prozent Felle von der „grünen Wiese".
Hierzu gehören Lämmer, Zickel, Karakul oder Persianer, Kanin und Kalb. Felle
aus der „Schädlingsbekämpfung", beziehungsweise der Verfolgung von Raubwild und anderen
Tieren, die bei zu dichten Populationen den Menschen, seine Kulturlandschaft,
Ackerbau, Ernten und Viehzucht bedrohen oder die Krankheiten und Seuchen
übertragen, machen 15,3 Prozent der Einfuhren aus. Dies sind zum Beispiel Bisam, Waschbär,
Oppossum, Nutria, Rotfuchs, Wildkanin, Coyote, Maulwurf und Hamster. Felle
aus Jagd und Hege zur Bewahrung ausgewogener Tierbestände in ihren Lebensräumen,
bei Naturvölkern wie Indianern und Inuits oder Eskimos auch zur Existenzsicherung
beziehungsweise zum Überleben in der Wildnis, zählen ganze 0,2 Prozent. Es sind hauptsächlich
Biber, Luchskatze, Feh, Zobel, ausgewachsene Robben etc.
Gibt
es einen grundsätzlichen Widerspruch zwischen den Zielen, welche Vertreter
der „Tierrechte“ anstreben und jenen der Umweltschutzbewegungen? |
In gewissen Fällen ja. In Kanada ist dies besonders augenfällig. Die Vertreter
der „Tierrechte" begründen ihre Angriffe auf Trapper und Jäger zum Beispiel damit,
zum Wohle der Fauna beizutragen. Die Folgen sind jedoch, dass die entsprechenden
Territorien industriell genutzt und vorher intakte Ökosysteme massiv gestört
werden! Und wie verhält es sich mit dem Überleben der Urbevölkerung, die
von der Fauna lebt, und die ebenfalls einen integrierten Bestandteil der
Umwelt bildet? Dazu betont der Wildbiologe Harvey Jessup, dass bei einem
Verbot der kommerziellen Jagd bezahlte Staatsbeamte die Hegeaufgaben (inklusive
Jagd!) übernehmen müssten.
Welches
sind die ökologischen Konsequenzen eines Verbotes, die Tiere zu nutzen? |
Da jede Tierart mehr Nachwuchs produziert, als das natürliche Umfeld erträgt,
wird kurzfristig eine natürliche Regulierung der Tierbestände durch Hunger
und Krankheit eintreten. Stärkere Tierarten würden sich zum Nachteil der
schwächerenüberrnässig vermehren. Kämpfe um Territorien und Kannibalismus,
die bei vielen Tierarten vorkommen, wenn sie zu zahlreich sind, sprechen
hier Bände. Im übrigen hatte (und wird auch in Zukunft haben) die Überhandnahme
gewisser Arten
– wie unten noch dargelegt wird – zerstörerische Konsequenzen
für Fauna und Menschheit.
| Kümmern
sich die Pelztierjäger um den Erhalt der Tiere? |
Natürlich, denn es geht schliesslich um die Erhaltung ihrer eigenen Tätigkeit,
also ihres eigenen Überlebens. Sie sind deshalb in eigenem Interesse dafür
besorgt, dass keine Tierart ausstirbt. Jäger sind, nicht nur bei uns, auch
Heger der Natur und der natürlichen Umwelt, also auch der Tiere.
| Welches
sind die Mittel? Wie werden sie eingesetzt? |
Eingesetzt werden Fallen oder Feuerwaffen. Insbesondere in Kanada, dem weltweit
bedeutensten Exportland von Wildfellen, sind die Trapper und Jäger sehr
gut ausgebildet. Zur Erlangung der Jagdlizenz ist ständige Weiterbildung
über die Funktionsweise und den Gebrauch von Fallen sowie über die zulässigen
Fangquoten vorgeschrieben. Wildhüter prüfen die Einhaltung dieser Vorschriften.
Weshalb
sind Fallen für das Gleichgewicht in Fauna und Umwelt erforderlich?
Wie verhält es sich in der Schweiz und im Ausland? |
Sie sind zur Bestandeskontrolle derjenigen Tierarten, deren Population zu gross wird
und deren Aktivitäten zerstörerisch wirken. erforderlich. Einige Beispiele:
-
In den Kantonen Zürich und Thurgau sowie im Rheintal, wie auch an zahlreichen
Orten Hollands, haben sich Bisamratten derart vermehrt, dass Dämme, Kanäle
und Hafenanlagen so beschädigt oder zerstört wurden, dass die Behörden gezwungen
waren, die Bestände durch Fallenfang unter Kontrolle zu halten;
- Füchse,
Verbreiter von Tollwut und ärgste Feinde des Auerhahns, werden jedes Jahr
in der Schweiz mit Schusswaffen erlegt. Gleiches gilt in Neuseeland für
das Opossum (Fuchskusu), welches die Rindertuberkulose verbreitet und die
Vegetation zerstört. Geschätzter Bestand: 70 Mio. Tiere.
Wie äusserte sich der bekannte Naturforscher Kommandant Jean-Yves Cousteau
im Hinblick auf die Robbenjagd? |
Am 21. April 1991 bestätigte Kommandant Cousteau in einer französischen
Fernsehsendung, was Wissenschafter und Spezialisten immer wieder ausgedrückt
hatten: „Im Hinblick auf das Gleichgewicht, das stets zwischen Zivilisation
und Ureinwohnem aufrecht erhalten werden muss, ist es unerlässlich, dass
die Jägerbevölkerungen der Inuits und der Neufundländer die Robben nutzen
und das Einkommen, das sie daraus erzielen können, realisieren
– Felle inbegriffen."
| Wie
ist die Polemik gegen die Robbenjagd entstanden? |
1964, als noch keine internationalen Regelungen über das Packeis bestanden,
haben Jäger aus verschiedenen Ländern gegen jede Vernunft und ohne Respekt
den Tieren gegenüber gehandelt, indem sie grosse Mengen von Robben, insbesondere
aus Helikoptern, jagten oder Jungtiere mit einem Knüppel erschlugen. Der
Skandal wurde aufgedeckt durch eine Filmequippe, welche anwesend war, um
einen Propagandafilm über Quebec zu drehen. Extremistengruppen nutzten die
Gelegenheit, um einen anderen - gestellten - Film zu drehen, der weltweit
verbreitet wurde. Wie konnte die Öffentlichkeit, welche meist noch nie einen
Schlachthof oder eine Schlachtung auf dem Bauernhof gesehen hat, den Emotionen
widerstehen, die das Bild von Blut auf dem Packeis vermittelte? Festzuhalten
ist allerdings, dass dieser Skandal zwischen 1964 und 1973 gewissen Tierschutzgruppen
gigantische finanzielle Mittel eingebracht hat. 1967 verzichteten in der
Schweiz die Pelzfachgeschäfte von SwissFur freiwillig auf den Import von Jungrobbenfellen.
Dieser Verzicht wurde seither konsequent eingehalten, wie die Zollstatistik
belegt. Die polemischen Kampagnen bezüglich des Schutzes der Robben hatten
aber auch katastrophale Konsequenzen: Auch für Felle der ausgewachsenen
Robben, wie sie von den Inuits gejagt werden, besteht überhaupt kein Interesse
mehr, also auch keine Nachfrage. Daraus resultierte eine dramatische Verschlechterung
der Lebenssituation für eine Bevölkerung, die davon leben muss. Im Laufe
der folgenden Jahre veränderte sich das Einkommen der Fischer und Jäger
auf einen Viertel bis einen Fünftel. Sie wurden und blieben
– gegen ihren
Willen
– Vollsubventionierte der dänischen und kanadischen Regierungen.
1973, nach langwierigen Verhandlungen zwischen den beteiligten Ländern,
wurde eine Regelung betreffend des Packeisgebietes und den zugehörigen Gewässer
erlassen, welche sicherstellt, dass die gerügten Missbräuche nicht mehr
vorkommen. Die Jagd wurde geregelt, es wurden Fangquoten fixiert und Wilderer
zur Rechenschaft gezogen. Eine positive Auswirkung dieser Regelung zeigte
sich immerhin darin, dass Greenpeace darauf verzichtete, weiterhin Kampagnen
gegen die Robbenjagd durchzuführen und sich bei den Inuits entschuldigte.
Damit war die Angelegenheit zwar zur Zufriedenheit der Urbevölkerung geregelt.
Doch die wirtschaftlichen und kulturellen Konsequenzen haben sie immer noch
allein zu tragen!
Woher
stammen die Felle gezüchteter Tiere, die in der Pelzbranche gebraucht
werden? |
90 Prozent aller Felle kommen je etwa zur Hälfte aus Farmen und Herdenzucht (siehe
Frage 6). Die Farmhaltung wird in zahlreichen Ländern ausgeübt, hauptsächlich
in Kanada, USA, Skandinavien, Frankreich, Belgien, Holland, Polen, Tschechien,
Slovakei und Russland. Überall bestehen Rechtsnormen, die meist vom Landwirtschaftsministerium
oder den Veterinärämtem erlassen und kontrolliert werden. Gleiches gilt
für die extensive Herdenhaltung von Lämmern beziehungsweise Schafen aus Spanien, Italien,
Balkanländer, GUS-Staaten, China, Pakistan, Namibia, Peru, Argentinien
etc. Viele dieser letztgenannten Länder gehören zu den Entwicklungs- beziehungsweise
Schwellenländern, für die der Verkauf von Pelzfellen eine wichtige Deviseneinnahme
zur wirtschaftlichen Entwicklung ist.
| Welches
sind die Besonderheiten von Persianer? |
Es handelt sich um eine sehr robuste Schafrasse, den Karakulschafen. Ursprünglich
stammt sie aus Zentralasien, wird aber heute in grosser Zahl in den kargen
Regionen von Afghanistan, den GUS-Staaten und Afrika gehalten. Das Karakulschaf
spendet Nahrung (Fleisch und Milch) und trägt dazu bei, die Vegetation am
Rande der Wüste zu erhalten. Allerdings muss der Mensch die Herdengrösse
regulieren. Denn dieses Umfeld gestattet es nur einem Viertel der Nachkommen,
genügend Nahrung zu finden.
| Was
ist ein Breitschwanz und welches ist sein Handelswert? |
Dieser Name wurde dem Pelz eines Karakullammes gegeben, das tot oder zu
früh geboren wurde. Der Wert dieser Felle ist kaum höher als der jedes anderen
Persianerfelles. Der Wert eines Mutterschafes allerdings ist zehn Mal höher.
Weniger als die Hälfte des Breitschwanzfelles kann durch die Pelzbranche
genutzt werden, der Rest ist wertlos, weil die Felle viel zu dünn sind.
Ausserdem gibt es überhaupt keine Möglichkeit, mit Präzision vorauszusagen,
welche Grösse (und schon gar nicht welche Fellzeichnung) die Jungen im Mutterleib
haben. Aus all diesen Gründen ist daher völlig absurd zu behaupten, es
würden Abtreibungen vorsätzlich provoziert. Der Reichtum eines Hirten besteht
vor allem in der Zahl seiner lebenden und gesunden Tiere.
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