Nach einer Saison voller Glanz, Glamour und Dekoration wird die Mode ruhiger, zurückhaltender, klarer. Statt Opulenz ist ein gewisses Understatement angesagt, Wertigkeit und Eleganz, eine coole Klassik. Wichtig bleiben sportive Lässigkeit, ein spielerischer Mix von „casual“ und „classic“. Bevorzugt werden volumige Materialien, Stoffe mit aufgerauten, gewalkten oder samtigen Oberflächen und in ganz starkem Masse Lammvelours und Pelz – vom flach gelockten Karakul/Astrachan (Persianer) bis zum flauschigen Kanin, Nerz oder Fuchs. Die Silhouette ist meist schmal und schlank. Das Farbbild wird allgemein dunkler. Die üppige Dekoration des vergangenen Jahres beruhigt sich, an die Stelle von Glitzer und Pailletten treten Stickereien, Steppereien, Pelzbesatz, Pelzkanten, Bänder, Biesen und Materialpatch. Die bislang so dominanten ethnischen Einflüsse sind nicht passé, werden aber zurückgenommen. Es wird bewusst mit Brüchen gespielt: Maskulines mit Femininem gemixt, Glänzendes mit Stumpfem, Stoff mit Pelz, Kurzhaariges mit Langhaarigem – „Crossdressing“ und Materialmix sind hier die Stichworte, Ausdruck von Modernität und nüchternem Realismus.
Classicists, Purists, Modernists – drei Themenschwerpunkte für das Pelzdesign Drei Designthemen hat die angesehene Trendagentur Evans-McDaniel für die internationale Pelzwirtschaft definiert. Das Klassikthema orientiert sich an der Couture eines Cristóbal Balenciaga, Christian Dior und einer Coco Chanel, will eine neue Designästhetik entwickeln, Authentizität schaffen. Die Silhouette ist wichtiger als die bislang vorherrschende Dekoration. Der Look ist fast streng, männlich – tragbar und praktisch, oft mit Military-Anklängen wie Schulterklappen, Taschenpatten, Blenden, Manschetten. Schmale Schnitte sind vorherrschend, etwa in H-Linie, X- und Sanduhr-Formen; dazu kommen Capes in allen Längen. Pelz ist das entscheidende Element, das bei Materialkombinationen – etwa Pelz im Mix mit Wolle, Tweed oder Seide – die Aussage des Kleidungsstückes bestimmt. Klassische Felltypen wie Nerz, Chinchilla, Persianer und Fuchs passen zu diesem Trendthema. Pelzmodelle zeigen sich in einfachen, klaren Linien, verarbeitet in neuen, aktuellen Techniken. Nicht so weit entfernt ist das zweite Thema „Romantischer Purismus“, in dem sich eine clean-klassische Linie mit vorsichtig dosierten romantischen – folkloristischen – Elementen mischt. Ein Mantel dieses Typs hat eine weiche, tulpenförmige Silhouette, gerundete Schultern, einen weiten, grossvolumigen Kragen und ballonförmig geschnittene Ärmel. Bevorzugte Fellarten sind leichtgewichtige, geschorene Pelze und wiederum Persianer. Das dritte Trendthema – Modernists – ist ein avantgardistischer Stilmix. Dieser kreative Ansatz hat eine junge Zielgruppe im Auge, experimentiert mit unerwarteten Materialkombinationen, ausgefallenen Silhouetten und surrealem Farbmix, will Konventionen sprengen und dem Pelz neue Dimensionen erschliessen. Inspirationsquellen finden sich im Showbusiness – in der Welt des Theaters, Zirkus, Tanzes. Keine Regel zu haben ist hier die Regel. Ausgefallene Modelle – nicht zuletzt bei Accessoires – sollen neue Produktbereiche für den Pelz öffnen.
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Alberta Ferretti - Horizontal |
Alberta Ferretti - Karakul Cape |
Alberta Ferretti - Black Karakul Coat |
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Persianer | Themendossier 2009 Als Persianer (oder auch Karakul) wird das Fell des wenige Stunden bis zu einigen Tagen alten Karakulschafs bezeichnet. Persianerfelle sind zur Herstellung von Pelzen wieder sehr beliebt und zeitgemäss.
Führende Produktionsländer sind Russland, Afghanistan, Namibia und Südafrika. Die Rassen variieren je nach Zucht. Beispielsweise sind die russischen und afghanischen Persianer in der Regel gelockt mit einer sehr schönen Zeichnung. Die Rasse Swakara hingegen hat als Zuchtergebnis keine Locken mehr. Eine weitere Rasse sind die Surpersianer. Die Wolle dieser naturbraunen Tiere ist besonders haltbar und wird häufig für Teppiche verwendet. Sehr strapazierfähig sind auch die Surpersianerfelle. Insbesondere in Namibia ist zudem die Zucht von Tieren mit weissen Fellen sehr verbreitet. SwissFur listet nachfolgend eine Beschreibung der wichtigsten Persianerrassen auf: Russisches Karakul Russland gilt als Ursprungs- und Hauptproduktionsgebiete des Persianers. Typische, gelockte Lammfelle stammen häufig aus Russland. Die Zuchtgebiete sind vor allem in Zentralasien: Usbekistan, Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan. Aber auch russische Länder aus Europa widmen sich der Zucht, beispielsweise die Ukraine und Moldawien. Die Hauptfarben der russischen Karakul sind schwarz, grau und goldbraun (sur). Russische Persianer sind im Handel unter dem Begriff „Bukharakarakul“ bekannt. Afghanisches Karakul Die Karakulschafzucht entwickelte sich in Afghanistan erst nach dem ersten Weltkrieg. Primär galt die Zucht damals allerdings der Fleischgewinnung. Erst später gewann das Pelzgeschäft zunehmend an Bedeutung und entwickelte sich zu einem gewichtigen wirtschaftlichen Zweig in Afghanistan. Die jahrelangen kriegerischen Unruhen liessen den Fellexport allerdings wieder beinahe versiegen. Südwestafrikanisches Karakul Die schwarzen, fein gelockten „Swakarafelle“ des südwestafrikanischen Karakuls erfreuen sich auf dem Fellmarkt grosser Beliebtheit. Obwohl in den 70er-Jahren der Nerzpelz den Karakulfellen den Rang ablief, konnte sich die Swakarazucht in den letzten Jahren wieder etablieren. Die Herden sind aber nach wie vor viel kleiner als zu Boomzeiten, was sich wiederum positiv auf die Fellqualität auswirkt. Grossen Anklang findet der moirierte Felltyp, welcher als Alternative zu der klassischen Röhrenlocke gezüchtet wurde. Breitschwanz Als Persianerbreitschwanz wird das Fell der Frühgeburt des russischen Karakulschafs (Bukhara) bezeichnet. Breitschwanzpersianer dagegen ist das Fell des normal geborenen Lamms aus Namibia (Swakara). Kritik an der Karakulzucht Tierrechtsorganisationen bringen die Karkulzucht häufig mit Tierquälerei und unwürdiger Haltung in Verbindung. Folgende Tatsachen entkräften die Vorwürfe:
Die Karakulzucht ist in allen Ländern strengen Vorschriften unterworfen, die es zu beachten gibt. Die Felle finden auf dem Markt nur Anklang, wenn sie von guter Qualität sind. Dies bedingt, dass Mutterschafe artgerecht gehalten werden. Nur so können sich Liebhaber von Persianer-Fellen an hochwertiger, modischer Kleidung aus Karakul erfreuen. Ausserdem ist die Karakulzucht vielfach an Existenzen geknüpft. Hintergrundinformation SwissFur SwissFur ist ein Zusammenschluss von Schweizer Pelzfachgeschäften und Kürschnern. SwissFur trägt dazu bei, anfallende Felle einer sinnvollen, kunsthandwerklichen Nutzung zuzuführen und diese zu fördern. Der anerkannte Beruf Bekleidungsgestalter/-in – Fachrichtungen „Kürschnerei“ und „Pelznähen“ – wird durch SwissFur gefördert; die Lernenden werden durch die Kürschnerhandwerker ausgebildet. Der Verband unterhält eine aktive Arbeitsgruppe „Ethik“ und informiert sich regelmässig vor Ort über den Rohstoff „Fell“. Verbandsmitglieder sollen den Sinn der natürlichen Ressourcen und deren ethisch vertretbare Verwendung kennen sowie für entsprechende Themen sensibilisiert werden. SwissFur ist Mitglied der IFTF (International Fur Trade Federation) mit Sitz in London. 1996 führte der Schweizerische Pelzfachverband als europaweit erster Verband eine umfassende Produktdeklaration ein. Ebenso verpflichtet sich SwissFur seit 1975 dem Washingtoner Artenschutzabkommen und verzichtet seit Jahren freiwillig auf den Import der Felle von Jungrobben sowie Hunde- und Katzenfellen aus China. Weitere Informationen zu SwissFur sowie der Online-Shop sind ersichtlich unter www.swissfur.ch.
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